89 mm nach Europa

Um 89 Millimeter unterscheiden sich die Spurweiten der Eisenbahnen in Europa und der ehemaligen Sowjetunion. In der Grenzstation Brest (Weißrussland) wechseln die Arbeiter bei der Einfahrt jedes Zuges das Fahrgestell aus. Die Kamera verfolgt minutiös diese rituelle Handlung und beobachtet zudem die schwer erfassbaren, wechselseitigen Beziehungen zwischen den Eisenbahnern und den europäischen Fahrgästen. Der Film ist die zwölfminütige Beschreibung eines scheinbar unbedeutenden Prozedur, doch er zeigt auch Grenzen auf: zwischen Ost und West, Arm und Reich, zwischen denen, die bereits etwas erreicht haben, und denen, die immer noch erfolglos nach etwas streben. „89 mm nach Europa“ wurde mit zahlreichen Hauptpreisen bedacht. Darunter befinden sich Auszeichnungen der Festivals in Oberhausen, Montreal, Leipzig und Clermont-Ferrand sowie eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Kurzfilm". Zum Erfolg des Films hat die Bildästhetik von Jacek Petrycki wesentlich beigetragen. Die Schwarz-Weiß- Bilder versetzen uns in eine längst vergangene Welt. Zugleich wird der Zuschauer aufgrund der Dichte der Beobachtungen und ihre fragmentarischen Stilistik ein aktiver Teil des gezeigten Szenariums.

OmeU; DigiBeta

Gast:

29.04. Di 19:30 Arsenal Gast: Jacek Petrycki

Kategorie:
Kamerakunst, Kinoedukacja
Polnischer Titel:
89 mm od Europy
Deutscher Titel:
89 mm nach Europa
Produktionsjahr:
1993
Dauer:
00:12:00
Festivalausgabe:
2014
Regie
Marcel Łoziński
Kamera
Artur Reinhart, Jacek Petrycki