© Akson Studio, Warsaw

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Seinen letzten Spielfilm konnte Altmeister Andrzej Wajda 2016 noch feierlich dem Festival-Publikum in Gdynia vorstellen, seine Kinopremiere erlebte er nicht mehr. Dabei kehrte er mit diesem Werk, das zu seinem Vermächtnis wurde, zu seinen Wurzeln zurück – zur Malerei.

Dreh- und Angelpunkt ist der polnische Künstler Władysław Strzemiński, der im Polen der Nachkriegszeit zur Speerspitze der Avantgarde gehörte. Wajda benutzt dessen Biografie jedoch nur als lose Vorlage, um mit einer starken Hauptfigur eine Geschichte aus der Zeit des Stalinismus zu erzählen – einer Zeit, in der die staatliche Doktrin alle Abweichler aussortierte, abstrakte Gemälde aus den Museen verbannte und auch aus den Universitäten diejenigen vertrieb, die nicht die neuen kommunistischen Mantren nachsangen.

Mit dem Porträt eines unbeugsamen Mannes, der zu seinen Prinzipien steht und deshalb auf der sozialen Leiter bis ganz unten durchgereicht wird, schuf Wajda eine Parabel auf alle totalitären Systeme und erwies sich ein letztes Mal als Filmemacher, der zu gleichen Teilen politischer Kommentator und Leinwandästhet war.

M: Andrzej Panufnik
weitere D: Zofia Wichłacz, Bronisława Zamachowska, Andrzej Konopka, Krzysztof Pieczyński

OmeU



Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Powidoki
Deutscher Titel:
Afterimage
Produktionsjahr:
2016
Dauer:
01:40:00
Festivalausgabe:
2018
Regie
Andrzej Wajda
Drehbuch
Andrzej Mularczyk
Kamera
Paweł Edelman
Produktion
Michał Kwieciński
Darsteller
Bogusław Linda

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