Barriere

In seinem dritten, in der polnischen Heimat gedrehten Spielfilm setzt Skolimowski die Selbstbefragung über einen sinnvollen Platz im sozialen Gefüge konsequent fort. Sein Alter Ego wird diesmal von dem Schauspieler Jan Nowicki verkörpert, der damals noch am Beginn einer glanzvollen Karriere stand. Wenig später gehörte er zu den wichtigsten polnischen Darstellern.

In Bariera spielt er einen namenlosen jungen Mann, der sein Medizinstudium abbricht, um schneller reich zu werden. Auf dem Weg zu seinem Lebensideal – eine reiche schöne Frau und eine Villa am Stadtrand mit einem Jaguar in der Garage – erscheint ihm das Examen als pure Zeitverschwendung. Bald wird er des Müßiggangs überdrüssig. Seine nach bloßem materiellen Gewinn strebende Umgebung widert ihn zunehmend an. Der Weg des mit einem Säbel und einem übergroßen Koffer ausgestatteten Don-Quichotte-Helden führt durch parabelhafte Stationen, mündet immer wieder in Sackgassen und stößt auf die im Titel genannten Barrieren. Inhaltlich bewegt sich der Film dicht an den beiden Vorgängern, doch formal vollführt er einen Phasensprung. Realistische und phantasmagorische Szenen sind unauf- lösbar verwoben. Der Film wird mehr und mehr zum Traumspiel, lässt Psychologie und Kausalität hinter sich. 


K: Jan Laskowski
Weitere Darsteller: Joanna Szczerbic, Andrzej Herder 

Kategorie:
Retrospektive
Polnischer Titel:
Bariera
Deutscher Titel:
Barriere
Produktionsjahr:
1966
Dauer:
01:25
Festivalausgabe:
2016
Regie
Jerzy Skolimowski
Drehbuch
Jerzy Skolimowski
Darsteller
Małgorzata Lorentowicz, Zbigniew Zapasiewicz, Stanisław Tym, Jan Machulski, Jan Nowicki, Zdzisław Maklakiewicz, Tadeusz Łomnicki, Janusz Gajos
Musik
Krzysztof Komeda