Corpus Christi

„Corpus Christi“ erzählt die Geschichte des 20-jährigen Daniel, der in der Jugendstrafanstalt eine spirituelle Wandlung durchmacht. Danach will er Priester werden, doch wegen seiner Strafakte ist das nicht mehr möglich. Als er für einen Job als Zimmermann in eine Kleinstadt geschickt wird, verkleidet er sich als Pfarrer und übernimmt dort eher zufällig die vakante Stelle des Priesters. Für die Gemeinde, die nach einem traumatischen Ereignis unter Schock steht, ist die Ankunft des vermeintlichen neuen Pfarrers eine Chance, endlich die Tragödie hinter sich zu lassen.

In der Logik des Christentums ist Gott nicht nur in der Kirche präsent, sondern überall. Auch in der Strafanstalt für junge Männer, in der wir Daniel kennenlernen – einen fragilen Jungen mit klarem, unschuldigen Blick, der bei den Knast-Gottesdiensten aufblüht und doch als Vorbestrafter keine Chance hat, jemals Priester zu werden.

Beim Arbeitseinsatz in einem Karpatendorf bietet sich plötzlich unverhofft die Gelegenheit: Der junge Mann wird für einen Geistlichen gehalten und schlüpft zunehmend bereitwillig in die ersehnte Rolle. Und es geschieht das Erstaunliche: Die Menschen hören ihm zu, wenn er im Freestyle zu ihnen spricht. Zunehmend beginnt er, sich in die Geschicke des Dorfs einzumischen. Wie lange kann dieses riskante Spiel gut gehen?

Komasa mischt Krimi mit Sozialstudie und Romanze mit Thriller. Dabei kann er sich vor allem auf seinen grandiosen Hauptdarsteller Bartosz Bielenia verlassen, der glaubwürdig den Spagat zwischen einem Straßenjungen mit Drogenerfahrung und einer belesenen, weisen Respektperson schafft.

115 min, OmU



Jan Komasa (geb. 1981) studierte an der Filmhochschule Łódź und gewann mit seinem Langspiel-Debüt „Sala samobójców“ (2010) zahlreiche Preise. Dank seinen ebenfalls sehr erfolgreichen Filmen „Miasto 44“ (2014) und „Boże Ciało“ gilt er als einer der talentiertesten Vertreter der jungen Regie-Generation.

 

Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Boże Ciało
Deutscher Titel:
Corpus Christi
Produktionsjahr:
2019
Dauer:
1:55
Festivalausgabe:
2020
Regie
Jan Komasa
Drehbuch
Mateusz Pacewicz
Kamera
Piotr Sobociński jr.
Darsteller
Bartosz Bielenia, Aleksandra Konieczna, Eliza Rycembel, Tomasz Ziętek
Musik
Sacha Galperine, Evgueni Galperine