Der Fall Pekosiński

Bronisław Pekosiński wurde in Polen bekannt als hervorragender Schachspieler. Als Baby über den Zaun eines deutschen Konzentrationslagers geworfen und dadurch mit einem Buckel verkrüppelt, wuchs er in Heimen auf, wurde von den Autoritäten herumgestoßen und ausgenutzt. Trotz Nachforschens gelang es ihm nie, seine Herkunft heraus zu finden. Schließlich wird er zum Trinker und erleidet einen Schlaganfall. Zu diesem Zeitpunkt erfährt Królikiewicz von ihm. Nach einem halben Jahr der Annäherung und Vertrauensbildung bei gemeinsamem Schachspiel entschließt sich der Filmemacher, mit Pekosiński selbst in der Hauptrolle dessen Biografie nachzustellen. Das Reenactment, heute eine beliebte Form physischer Aneignung von historischen Ereignissen, schafft Distanz zum Geschehen und verhindert dadurch Reaktionen des emotionalisierten Mitleids. Der Film lässt sich auch als Metapher auf die Nachkriegsgeschichte Polens verstehen.

PL, OmeU

Weitere Darsteller: Bronisław Pekosiński, Franciszek Pieczka, Bronisław Pawlik.
Kategorie:
Retrospektive
Polnischer Titel:
Przypadek Pekosińskiego
Deutscher Titel:
Der Fall Pekosiński
Produktionsjahr:
1993
Dauer:
01:25:00
Festivalausgabe:
2012
Regie
Grzegorz Królikiewicz
Drehbuch
Grzegorz Królikiewicz
Kamera
Ryszard Lenczewski
Darsteller
Anna Seniuk, Franciszek Trzeciak, Maria Klejdysz, Henryk Sobiechart