Die Rote Spinne

Bei manchen Filmen wünscht man sich, sie würden nicht auf realen Ereignissen basieren. Leider tun sie uns selten diesen Gefallen – so auch Marcin Koszałkas erster Spielfilm. Der bezieht sich auf Ereignisse in der Volksrepublik Polen der Sechzigerjahre, als in Kraków ein Serienmörder sein Unwesen trieb. Karol Kot, der „Vampir von Kraków“ genannt, hielt damals Polen zwei Jahre lang in Atem. Seine Geschichte verschränkt Koszałka mit der des fiktiven Mörders Lucjan Staniak, genannt „Rote Spinne“.

Koszałka zeigt in seinem Spielfilmdebüt die Qualitäten, die er sich als profilierter Dokumentarfilmer zu eigen gemacht hat. Er zieht sich in die Rolle des Beobachters zurück, der lieber zuschaut, als den großen Thrill zu inszenieren. Dabei entfaltet er vor uns das Psychogramm einer Seele, die ständig mit ihren dunklen Seiten ringt. Das funktioniert auch deshalb, weil ein junger Schauspieler wie Filip Pławiak neben gestandenen älteren Berufsgenossen vor der Kamera brilliert. 

B: Łukasz M. Maciejewski
S: Krzysztof Komander
M: Petr Ostrouchov
D: Filip Pławiak

Kategorie:
Kamerakunst, Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Czerwony Pająk
Deutscher Titel:
Die Rote Spinne
Produktionsjahr:
2015
Dauer:
01:30:00
Festivalausgabe:
2017, 2016
Regie
Marcin Koszałka
Drehbuch
Marcin Koszałka
Kamera
Marcin Koszałka
Darsteller
Adam Woronowicz, Julia Kijowska

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