First Love

Es ist der einzige Film, den der Regisseur gemäß den Ansichten drehte, die er in seiner Diplomarbeit an der Filmhochschule formuliert hatte. Er schrieb, dass ein Regisseur eine Situation in der Realität finden müsse, die ihre eigene Dramaturgie aufweise, um in Anlehnung daran einen Dokumentarfilm zu drehen. Im Fall von „First Love“ war dies die Schwangerschaft einer minderjährigen und ledigen jungen Frau. Kieślowski folgte ihr mit seinem Filmteam, um ihr Leben zu porträtieren: vom Augenblick an, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt über zahllose Behördengänge, das Einrichten der winzigen Wohnung, die Hochzeit, bis hin zur Geburt des Kindes. Wir lernen das Leben einer jungen, schwangeren Frau und späteren Mutter aus einem eigenen Blickwinkel kennen, denn wir sehen, wie es sich vor unseren Augen abspielt. So erzielt er ein unverfälschtes Bild der tatsächlichen Umstände, unter denen sich eine Familie der 1970er Jahre in der Volksrepublik Polen gründet und entwickelt. Dieser längste aller Dokumentarfilme Kieślowskis sollte den Auftakt eines imponierenden Filmprojekts bilden. Der Regisseur hatte vor, die Protagonisten des Films mehrere Jahre lang mit der Kamera zu begleiten, Nach einigen Jahren gab er dieses Vorhaben jedoch auf. Ausschlaggebend waren ethische Vorbehalte – Kieślowski stellte fest, dass eine derartige Produktion mit einem zu großen Eingriff in das Privatleben der Filmpersonen einhergeht.

OmeU; DigiBeta
S: Lidia Zonn

Kategorie:
Kinoedukacja
Polnischer Titel:
Pierwsza miłość
Deutscher Titel:
First Love
Produktionsjahr:
1974
Dauer:
00:52:00
Festivalausgabe:
2014
Regie
Krzysztof Kieślowski
Drehbuch
Krzysztof Kieślowski
Kamera
Jacek Petrycki