Forest, 4 am

Der knorrige Forst ist so zackig wie sein Name – er will nicht beliebt sein, sondern sein Leben in vollen Zügen genießen. Sein schnelles Auto ist ihm wichtiger als Freunde, sein Lebensweg verläuft auf der Überholspur – bis zur Vollbremsung.

Von heute auf morgen schmeißt Forst unvermittelt alles hin, lässt Job, Wohnung und Besitz zurück und lebt fortan unter primitivsten Bedingungen als Eremit im Wald. Sein einziger Begleiter ist ein dreibeiniger Hund. Aber der Wald ist keine Wüste, er lebt – er bietet Schönheit und Grausamkeit und vor allem kommen immer wieder Besucher. So wie die Prostituierte Nata, die seine harte Schale zu knacken versucht, und das Mädchen Jadzia, das sich ihm an die Fersen heftet und Stück für Stück ein Geheimnis aus Forsts Vergangenheit enthüllt, das sein Verhalten erklären könnte.

Kolski ist mit Filmen bekannt geworden, die wie aus Zeit und Raum gefallen irgendwo in der Provinz mit wenigen Figuren existenzielle Fragen behandeln. Auch hier läuft er wieder zu großer Form auf, wenn er im Schoß der Natur mit sparsamen Mitteln – der Film ist eine Low-Budget-Autorenproduktion – sein kleines Ensemble, allen voran Krzysztof Majchrzak als Forst, zu Höchstleistungen treibt.

OmU

S: Konrad Śniady
M: Radosław Łuka
D: Krzysztof Majchrzak, Olga Bołądź, Maria Blandzi, Michał Kowalski, Aleksandra Michael, Grzegorz Stelmaszewski u.a.



Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Las 4 rano
Deutscher Titel:
Forest, 4 am
Produktionsjahr:
2016
Dauer:
01:37:00
Festivalausgabe:
2017
Regie
Jan Jakub Kolski
Kamera
Jan Jakub Kolski
Darsteller
Aleksandra Michael

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