Hospital der Verklärung

Bei diesem außergewöhnlichen Werk handelt es sich nicht um Science Fiction! „Szpital przemienienia“ ist die Verfilmung des allerersten, schon 1948 verfassten Romans von Stanisław Lem, der in der DDR 1959 unter dem Titel „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“ erschien. Darin verarbeitet der vom Holocaust bedrohte Autor autobiografische Erfahrungen und verwebt diese mit Spekulationen darüber, was ihm unter gewissen Umständen auch hätte geschehen können. Lem, der dreimal mit einem Medizinstudium begonnen hatte, aber durch die politischen Ereignisse immer wieder an einem Abschluss gehindert wurde, stellt sich im Buch vor, er wäre Arzt in einer psychiatrischen Anstalt gewesen. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen sollen alle Patienten getötet werden. Die fiktive Hauptperson sieht sich mit unaufschiebbaren Grundsatzfragen konfrontiert. „Ohne Beschönigung realistisch geschildert, eine beklemmend eindringliche Studie.“ (film-dienst) Der polnische Meister-Kameramann Witold Sobociński („Das gelobte Land“) findet einmal mehr visuell adäquate Entsprechungen für die im Stoff angelegte ausweglose Konstellation.


R: Edward Żebrowski

35 mm; OmeU

Weitere Darsteller: Piotr Dejmek, Ewa Dałkowska, Klaus Piontek u.a.

Kategorie:
Retrospektive
Polnischer Titel:
Szpital Przeminienia
Deutscher Titel:
Hospital der Verklärung
Produktionsjahr:
1978
Dauer:
01:30.00
Festivalausgabe:
2014
Kamera
Witold Sobociński
Darsteller
Henryk Bista, Gustaw Holoubek, Jerzy Bińczycki