I, Olga Hepnarová

Prag, 10. Juli 1973: Die junge Kraftfahrerin Olga Hepnarová fährt mit ihrem LKW in eine Gruppe zufälliger Passanten, acht von ihnen sterben. Dann lässt sie sich anstandslos festnehmen und bekennt sich zur Tat. Mehr noch – sie fordert für sich die Todesstrafe. Gleichzeitig erklärt sie aber auch die Gesellschaft für schuldig, die sie durch zahllose Erniedrigungen erst zu dieser Tat gebracht habe. Bereits vorher erklärt sie: „Ich weiß, dass ich eine Psychopathin bin. Aber eines Tages werdet ihr für euer Gelächter und meine Tränen bezahlen.“

In schlanken Schwarz-Weiß-Bildern ohne Musik und schnelle Schnitte erzählen die Regisseure das Davor und Danach, ohne ihre Hauptfigur und ihre Motivation vollständig zu erklären und zu rechtfertigen. Nicht zuletzt dank der brillanten polnischen Hauptdarstellerin Michalina Olszańska setzt sich aus vielen szenischen Mosaiksteinchen das Psychogramm einer unkonventionellen, schweigsamen und gehemmten jungen Frau zusammen, die in ihrer Umgebung stets fremd bleibt, mit ihrer Homosexualität hadert, die Einsamkeit sucht und doch mehr und mehr an ihr zerbricht.

OmeU

R/B: Tomáš Weinreb, Petr Kazda
K: Adam Sikora
S: Vojtěch Frič
M: Alice Glass, Ethan Kath
D: Martin Pechlát, Klára Melíšková, Marika Šoposká u.a.


Tomáš Weinreb (geb. 1982) und Petr Kazda (geb. 1978) studierten an Filmschulen in Písek und Prag, wobei sie sich auf Drehbücher und Dokumentarfilme spezialisierten. Seit 2003 veröffentlichten sie gemeinsam acht Kurz- und Dokumentarfilme, bevor sie mit „Já, Olga Hepnarová“ ihren ersten Langspielfilm drehten.


Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Já, Olga Hepnarová
Deutscher Titel:
I, Olga Hepnarová
Produktionsjahr:
2016
Dauer:
01:45:00
Festivalausgabe:
2017
Darsteller
Michalina Olszańska

Kommende Filme

  • I, Olga Hepnarová

    FSK Kino am Oranienplatz
  • I, Olga Hepnarová

    Babylon