Provinzschauspieler

Als ein Theaterregisseur aus Warschau an eine Provinzbühne kommt, sieht der für die Hauptrolle vorgesehene Darsteller eine Chance zum Aufstieg gekommen. Doch der Regisseur, der in dieser Inszenierung lediglich eine routinierte Auftragsarbeit sieht, zügelt den Enthusiasmus des Schauspielers. Dessen hartnäckige Ambitionen kosten ihn nicht nur seine Ehe, sondern auch seinen Rückhalt im Betrieb.Holland verfolgt eine veristische Ästhetik: Gedreht wurde an Originalschauplätzen unter beengten räumlichen Bedingungen. Entsprechend wirken die Bilder gedrängt und überfüllt, die Kamera rückt oft dicht an die Gesichter und fängt die Belastungen der Schauspieler unmittelbar ein: Eine direkte Allegorie auf die repressiven Bedingungen, die Kulturschaffende hinter dem Eisernen Vorhang erdulden mussten. Holland gelingt nicht nur ein „intimer Blick in das Innenleben einer Provinzbühne“ (Hans C. Blumenberg, Die Zeit, 16.05.1980), sondern auch „ein liebevoll-kritisches bis ironisch-sarkastisches Bild des polnischen Kulturbetriebes“. (Josef Schnelle, film-dienst, 20/1980). Die lakonische Komödie eröffnete 1980 die „Semaine de la Critique“ in Cannes, wo sie mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde.

PL; OmeU

Weitere Darsteller: Iwona Biernacka, Sława Kwaśniewska, Kazimiera Nogajówna, Janina Ordężanka, Krystyna Wachelko-Zaleska u.a.

Kategorie:
Retrospektive
Polnischer Titel:
Aktorzy prowincjonalni
Deutscher Titel:
Provinzschauspieler
Produktionsjahr:
1978
Dauer:
01:44:00
Regie
Agnieszka Holland
Drehbuch
Agnieszka Holland
Kamera
Jacek Petrycki
Darsteller
Halina Łabonarska, Ewa Dałkowska, Tadeusz Huk