Sirenengesang

„Zieht uns heraus/fürchtet euch nicht/wir werden euch schon nicht auffressen!“ – mit diesem Gesang machen die zwei bildhübschen sirenenhaften Damen die feiernde Gesellschaft am Strand auf sich aufmerksam. Die Herren der Schöpfung lassen sich nicht lange bitten und holen die Nixen an Land. Was mit den beiden leicht glitschigen Fabelwesen dann im Trockenen passiert, hat mit dem Märchen von der kleinen Meerjungfrau nur noch am Rande etwas zu tun. Denn sie landen nicht in den Armen eines Märchenprinzen, sondern mitten in der bonbonbunten Welt der polnischen Achtziger. Schlimmer noch: In einem Tanzclub, wo sie als neue Bühnenattraktion Publikum und Musikern den Kopf verdrehen. Aber natürlich lassen sich die wilden Wesen nicht dressieren, sondern haben ihren eigenen Willen und nicht zuletzt die Sehnsucht nach der großen Liebe. Der Film ist ein wildes Genre-Crossover, wie man es lange nicht mehr gesehen hat. Musical, romantische Komödie, eine Prise Horror und drei große Kübel Trash – fertig ist ein filmisches Gebräu, das irritiert und begeistert. Der Film erhielt 2015 in Gdynia den Preis für das beste Regiedebüt und 2016 den Spezialpreis der Jury des Sundance Filmfestivals für sein außerordentliches Filmdesign. 

B: Robert Bolesto
S: Jarosław Kamiński
M: Ballady i Romanse (Band) 

D: Marta Mazurek, u.a.

Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Córki dancingu
Deutscher Titel:
Sirenengesang
Produktionsjahr:
2015
Dauer:
01:32
Regie
Agnieszka Smoczyńska
Kamera
Jakub Kijowski
Darsteller
Michalina Olszańska, Kinga Preis