The Erlprince


Kuba Czekajs Debüt „Baby Bump” hatte ordentlich Staub aufgewirbelt: So eigenständig und mutig hatte lange keiner mehr eine Pubertät verfilmt. Jetzt legt der Regisseur mit seinem zweiten Langfilm nach, der wie eine Fortsetzung wirkt. Die Hauptfigur ist etwas älter geworden, aber die Mutter immer noch dieselbe und auch der ewige Konflikt zwischen Eltern und Kindern, Altem und Neuem, Konsolidierung und Aufbruch bildet die Achse des Geschehens.

Der im Titel angedeutete Goethe-Klassiker liefert wiederum das Leitmotiv. Allerdings sitzt der Sohn hier nicht in stürmischer Nacht auf einem Pferd, sondern als hochbegabter junger Naturforscher bereits mit 14 Jahren auf einem Laborstuhl an der Universität. Seine Obsession sind Parallelwelten und der Versuch, eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen. Die komplizierteste Parallelwelt bleibt jedoch die eigene Familie.

Aber die eigentliche Hauptrolle spielt wieder die Montage. Der Film ist eine Collage aus bunten, überzeichneten, immer wieder ins Phantastisch-Traumhafte abdriftenden Szenen, die ästhetisch so weit wie nur möglich vom Dokumentarfilm entfernt ist, aber dafür möglicherweise den grundsätzlichen Dingen umso näher kommt.

OmeU

K: Adam Palenta
S: Daniel Gąsiorowski
M: Bartłomiej Gliniak
D: Stanisław Cywka, Agnieszka Podsiadlik, Sebastian Łach, Bernhard Schütz u.a.

zu Gast: Stanisław Cywka, Sebastian Łach
09.05.17 Wolf


+++Nominiert für den filmPOLSKA-Wettbewerb 2017+++


Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Królewicz Olch
Deutscher Titel:
The Erlprince
Produktionsjahr:
2016
Dauer:
01:41:00
Festivalausgabe:
2017
Regie
Jakub Czekaj
Drehbuch
Jakub Czekaj
Darsteller
Agnieszka Podsiadlik

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