The Happiness of the World

„Familok” – so werden die Mietskasernen aus dem 19. Jahrhundert in Oberschlesien genannt. Ein solches Haus betreten wir und lernen seine Einwohner kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Denn wie in einem Brennglas spiegelt sich hier die multikulturelle Bevölkerung dieser Region kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Manche sind Polen, manche Deutsche, manche Juden und einige wissen gar nicht so genau, wo sie hingehören. Ihr Haus steht in einer leeren Landschaft und damit in einer Welt, die es nicht mehr gibt und nie wieder geben wird – eine wunderschöne Metapher, wie auch das Geschehen im Haus selbst.

Hier lebt jeder seine eigene kleine Tragikomödie, die auch auf die Nachbarn abfärbt. Die hübsche Róża wickelt reihenweise Männer um ihren Finger, will sich aber an keinen binden. Der alte Tomasz ersinnt die absurdesten Tricks, um seine Pflanzen zur Blüte zu bringen. Rufin ist wiederum ein einfacher Arbeiter, aber vielleicht auch ein genialer Mathematiker, und aus dem Mund des jungen Harald kommen plötzlich unbekannte Wörter. Währenddessen schnüffelt ein Warschauer Journalist ausgerechnet in diesem Haus nach einem sagenumwobenen Bestseller-Autor.

In feinfühligen, von Marcin Koszałka virtuos festgehaltenen Szenen, die vom Motion Trio kongenial auf dem Akkordeon begleitet werden, konstruiert Rosa eine Gesellschaftsparabel, die subtil Brüche und Abgründe freilegt, ohne dabei auf Humor und Ironie zu verzichten.


S: Krzysztof Szpetmański
M: Janusz Wojtarowicz, Motion Trio


Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Szczęście świata
Deutscher Titel:
The Happiness of the World
Produktionsjahr:
2016
Dauer:
01:38:00
Festivalausgabe:
2017
Regie
Michał Rosa
Drehbuch
Michał Rosa
Kamera
Marcin Koszałka
Darsteller
Dorota Segda, Grzegorz Palkowski, Karolina Gruszka, Agata Kulesza, Krzysztof Stroiński

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