Stefan Żeromski

Schriftsteller. Stefan Żeromski stammt aus einer adligen Familie. Sein Vater nahm am Januaraufstand 1863/1864 gegen die russische Besatzung teil. Nach dessen Niederschlagung verlor die Familie ihren Besitz. 1874 ging der junge Żeromski auf das Gymnasium von Kielce, das er 1886 ohne Abschluss verließ. Die höchste Hürde für ihn war die Mathematik. Er ging anschließend nach Warschau, um Tierarzt zu werden, jedoch musste er diese Ausbildung aus finanziellen Gründen abbrechen. 1889 arbeitete er Nachhilfelehrer und begann zu schreiben. Seine ersten Erzählungen erschienen in einer Warschauer Wochenzeitung. 1892 heiratete er seine Frau Oktawia. Im gleichen Jahr verließ er mit seiner Frau und deren Tochter aus erster Ehe Polen und ging in die Schweiz. Sie ließen sich in der Nähe von Zürich nieder. Dort gab es bereits seit 1870 ein polnisches Nationalmuseum, welches sich zur Aufgabe gesetzt hatte, die polnische Kultur zu erhalten. Dort arbeitete er als Bibliothekar. Zwischen 1895 und 1898 erschienen Sammelbände mit seinen Erzählungen.

1897 ging die Familie zurück nach Warschau und Żeromski arbeitete auch hier als Bibliothekar. 1899 kam sein Sohn Adam zur Welt. Nach dem Erfolg seiner ersten Werke konnte er sich ab 1903 ausschließlich der Schriftstellerei widmen. Zwei Jahre später engagierte er sich in demokratisch-sozialistischen Gruppen und war einer der Initiatoren der polnischen Volkshochschule. Im Hause Żeromski wurden geheime Schulstunden abgehalten. Im Ersten Weltkrieg gehörte er zu den Gründern der Polnischen Legionen. 1925 war er Gründer und erster Präsident des polnischen PEN-Club.

Żeromski war einer der Hauptvertreter des polnischen Positivismus und blieb in der Tradition des kritischen Realismus. Er wird als "das Gewissen in der polnischen Literatur" bezeichnet, 1924 wurde er für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Żeromski starb 1925 in Warschau.
Vorname:
Stefan
Name:
Żeromski
Geburtsdatum:
14.10.1864
Geburtsort:
Strawczyn k. Kielc