Przejdź do:

Film Polska

Festival des polnischen Films

FilmPOLSKA - das größte polnische Filmfestival in Deutschland - wird seit 2006 vom Polnischen Institut Berlin veranstaltet. Jedes Jahr bieten annähernd 100 Filme an verschiedenen Spielorten in Berlin und Potsdam einen tiefgründigen Einblick in das polnische Filmschaffen.
Neben aktuellen Größen des polnischen Spiel- und Dokumentarfilms präsentiert filmPOLSKA stets spannende Rück- und Werkschauen zu verschiedenen Themen. Dies können Retrospektiven traditionsreicher oder viel versprechender Filmstudios wie Zebra oder Opusfilm sein, oder aber Dokumentarfilme aus der Zeit der Solidarność sowie Werke herausragender Kameramänner und -frauen, deren wichtiger Beitrag zur Entstehung eines Filmes häufig vernachlässigt wird.
Besonderes Augenmerk gilt dem begabten Nachwuchs: Kurz- und Studentenfilme aus den polnischen Talentschmieden - der Andrzej Wajda Master School of Film Directing oder den Filmhochschulen in Łódź und Katowice - lassen auf eine große Zukunft des polnischen Films hoffen. Auch unabhängigen Filmemachern, wie z.B. der Gruppe "Podlasie Atakuje!", wird eine Bühne geboten: Ihre Werke - häufig Kurzfilme - verströmen den Duft der Freiheit, da weder der Markt, noch große Produktionsfirmen hier entscheiden, was und wie gedreht wird.
Und nicht zuletzt präsentiert filmPOLSKA das Beste des polnischen Dokumentarfilms. Seit Jahren feiern polnische Filmemacher auf diesem Gebiet große Erfolge. Der Dokumentarfilm war immer schon ein wichtiger Raum für gesellschaftliche Auseinandersetzung und Selbstreflexion. Den Weg hierfür ebneten Meister wie Kazimierz Bossak, Kazimierz Karabasz und Krzysztof Kieślowski.
Die Filmvorführungen werden alljährlich von Filmworkshops begleitet - geleitet von erfolgreichen Regisseuren oder Kameramännern der polnischen Filmlandschaft - sowie von Diskussionen und Treffen mit Filmemachern.

In der Zeit zwischen den Festivals präsentiert filmPOLSKA eine Auswahl der besten Filme im Rahmen der regelmäßigen Reihe filmPOLSKA reloaded im Hackesche Höfe Kino.

filmPOLSKA ist ein Projekt des Polnischen Instituts Berlin. Unterstützt wird das Festival durch das Polnische Filminstitut (PISF), die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Adam Mickiewicz Institut. Spielorte sind das Hackesche Höfe Kino, die Neuen Kant Kinos, das Kino Arsenal, das Zeughaus Kino des Deutschen Historischen Museums, das Filmmuseum Potsdam, das FSK Kino, der Filmclub K18 sowie der Club der polnischen Versager.



filmPOLSKA 2009

Neues Polnsiches Kino

Mit 38 Spielfilmen präsentierte das Festival filmPOLSKA im Jahr 2009 neben dem einfühlsamen und mit einem Silbernen Leoparden in Locarno prämierten Drama 33 Szenen aus dem Leben von Gosia Szumowska auch Rysa (Der Riss) von Michał Rosa, eine politische Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit, basierend auf einer wahren DDR-Geschichte. Neben Blockbustern wie Lejdis, einer Produktion, die in Polen 2,5 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, zeigen wir das umstrittenene und provokative Werk Nieruchomy poruszyciel (Der unbewegte Beweger) von Łukasz Barczyk. Der Debütfilm von Kasia Adamik, Boisko bezdomnych (The Offsiders) rührt auch den härtesten Zuschauer zu Tränen; Ogród Luizy (Louises Garten) bringt viele Zuschauer sowohl zum Staunen als auch zum Lachen. Eine ganz eigene Welt bilden die internationalen Koproduktionen. Neben den bereits erwähnten 33 Szenen aus dem Leben gehören hierzu auch Lekcje Pana Kuki (Herrn Kukas Empfehlungen) von Darek Gajewski, Nightwatching von Peter Greenaway und It´s a Free World von Ken Loach. Einen besonderen Platz verdient der Film 4 Noce z Anną (4 Nächte mit Anna) von Jerzy Skolimowski , der seine Premiere in Cannes feierte - ein atemberaubendes Werk. Die polnische Filmlandschaft wird durch einige beeindruckende low-budget Filme, wie 0-1-0 des 2008 verstorbenen Regisseurs Piotr Łazarkiewicz, 8 w poziomie (Horizontal 8) von Grzegorz Lipiec, sowie zwei Debütfilme ergänzt: Droga do Raju (Der Weg ins Paradies) von Gerwazy Reguła und Polska Love Serenade von Monika Wojtyłło. Auch der spannende Thriller Hiena (Hyäne), der seine Premiere beim Filmfest in Venedig feierte, gehört dazu.

Dokumentarfilme


filmPOLSKA bot im Jahr 2009 eine kleine Kostprobe zwischen Klassik und neuer Form des dokumentarischen Erzählens. Neben dem Oscar-nominierten Film über „das Leben danach” vom Marcel Łoziński A gdyby tak się stało war das auf dem DOK-Leipzig-Festival preisgekrönte und bizarre Psychodrama Do bólu (...Till it hurts) von Marcin Koszałka zu sehen. Eine geschichtliche Reflexion über den Krieg und seine Folgen erzählten gleich mehrere Filme. Po-lin von Jolanta Dylewska oder Dom mojego ojca (Meines Vaters Haus) von Michał Majerski über Vertreibung und Erinnerung. Einen anderen Blick auf den Zweiten Weltkrieg erlauben: Bajki z krainy pieców (Märchen aus Auschwitz) über die Produktion von Kindermärchen in Auschwitz als Überlebensstrategie und Dzięki niemu żyjemy (Dank ihnen leben wir) über einen „guten Deutschen”. Einen aktuellen politischen Bezug zur erschreckenden Welt des M. Lukaszenko liefert Mirosław Dembiński mit seiner Dokumentation Muzyczna partyzantka (Music partizans). Einen Einblick in den neuesten deutsch-polnischen Alltag bieten zwei Filme: Zza płotu (Zaungäste) von Matl Findel und Leszek Dawid sowie der bei der letzten Berlinale gefeierte Dokumentarfilm Die wundersame Welt der Waschkraft von Hans-Christian Schmid.

Retrospektive Zebra Studio

Das Zebra Film Studio wurde 1988 gegründet. Seit seiner Entstehung hat die bekannte Produktionsfirma 36 Spielfilme und 4 TV-Serien produziert. Darunter kommerziell erfolgreiche Hits wie: Kiler (Contract Killer), Kilerów 2-óch (The Kiler Duo), Sztuka Kochania (The Art of Loving), Porno, die ein Millionenpublikum begeisterten. Eine der bekanntesten Komödien der polnischen Neuzeit, Kiler unter der Regie von Juliusz Machulski, lockte über 2 Millionen Zuschauer in die Kinos - die Walt Disney Company erwarb die Rechte für ein Remake. Mit Filmen wie Psy (Pigs) hat das Zebra Studio das Action-Kino in Polen neu endeckt und eine „Polywoodwelle“ hervorgerufen, die mit Filmen voller Leidenschaft und Gewalt die Leinwände in den 1990er Jahren eroberte. Neben kommerziell erfolgreichen Produktionen wagt sich das Studio auch an anspruchvolle Stoffe heran. Das mitreißende Erpressungsdrama Dług (Debt) oder Plac Zbawiciela (Platz des Erlösers) zeigen den Mut des Arthaus-Kinos und sind hervorragende Beispiele dafür, dass die Filmkunst die gesellschaftliche Nähe nicht scheut. Auch Wszystko będzie dobrze (Alles wird gut) über die Pilgerreise eines Jungen zum Bildnis der Schwarzen Madonna oder Dzień Świra (Day of The Wacko), der bei der Berlinale gefeierte Film zum Thema „Neurosen eines Kleinbürgers“, gehören dazu.
Die zahlreichen Preise und Auszeichnungen, die das Zebra Film Studio bei polnischen und internationalen Filmfestivals erhielt, sprechen für sich. Neben eigenen Produktionen bietet das Studio Dienstleistungen im Produktionsbereich (Production Services) und hat eine Reihe von nationalen und internationalen Filmprojekten koproduziert. Das Zebra Studio wird von Juliusz Machulski geleitet, dem mit der legendären Komödie Seksmisja (Sexmission) bereits zu Lebzeiten ein Kultfilm gelang.

Polish New Wave

Wie der charmante Titel bereits andeutet, handelt es sich um ein besonderes Phänomen oder eine Chimäre. Während das polnische Kino in den 1970er Jahren zwischen aufwendigen Literaturverfilmungen und anspruchsvollen und subversiven Filmen der moralischen Unruhe schwankte, entwickelte sich am Rande der staatlich anerkannten und kontrollierten Kinematografie eine Strömung, die keine war. Eine Gruppe von Filmemachern wagte es, ihre Geschichten ganz anders zu erzählen. Dazu gehörten der frühere Zanussi, der hier mit IIluminacja (Illumination) vertreten ist wie auch Jerzy Skolimowski, dem für sein erzählerisches Wagnis Le Depart (Odjazd) 1967 der Goldene Bär bei der Berlinale verliehen wurde, er den Preis jedoch nicht entgegen nehmen konnte. Na srebrnym globie (Auf dem silbernen Planeten) von Andrzej Żuławski, ein Film über den man viel mehr diskutierte und träumte, als dass man ihn zu sehen bekam, ist ein mysteriöser Fall der polnischen Filmgeschichte. Und natürlich darf Grzegorz Królikiewicz nicht fehlen, das Enfant terrible der polnischen Kinoszene, ein Querdenker und unermüdlicher Erneuerer der Kinosprache. Die edle Runde der ungezogenen Kinder der polnischen Filmkunst wird ergänzt von Bogdan Dziworski, einem Kameramann, der der polnischen Nouvelle Vague mit seinen Aufnahmen eine gewaltige Prise Eigensinn verliehen hat. Er war der Dekonstrukteur der visuellen Diskurse par excellence und ein ungewöhnlicher Dokumentarfilmer, der heute an der Fakultät für Kameraführung der Schlesischen Universität in Katowice für die Bildsprache verantwortlich ist.
Die Geschichte eines Phänomens, das es niemals gab, wird von einer kleinen Auswahl an Filmen repräsentiert, die sich ihrer zeitlichen und räumlichen Grenzen zu entziehen versuchen und den Zuschauer immer wieder zu erstaunen vermögen. Die Polish New Wave wird von Łukasz Ronduda und Barbara Piwowarska (Centrum für zeitgenössische Kunst/Zamek Ujazdowski - CSW in Warschau) kuratiert.

Kurz- und Studentenfilme

Das Kurzfilmprogramm der polnischen Filmhochschulen in Łódź (PWSTFiTV), in Katowice (WRiT) und in Warschau (Andrzej Wajda Master School of Film Directing) wird durch zwei weitere Filmblöcke ergänzt: Produktionen der unabhängigen Filmemachergruppe „Podlasie Atakuje” aus dem Grenzgebiet zu Weißrussland und die Sneak Preview „Short Waves“. Weder der Markt noch die Filmpolitik entscheiden hier, was gedreht wird. Allen Filmen gemeinsam ist eine frische Brise der Freiheit. Die Gefühle sind authentisch und die Visionen kraftvoll. Und trotzdem zeugen diese Filme von einem Handwerk, das offensichtlich auf harte Lehrjahre zurückzuführen sein muss. An den oben genannten drei Filmhochschulen erhalten die jungen Adepten der Filmkunst eine hervorragende Ausbildung unter den strengen Augen von Altmeistern und gestandenen Filmemachern. Sie experimentieren, sie suchen nach neuen Formen und feilen penibel am gesamtästhetischen Ausdruck ihrer Filme.
In sechs Kurzfilmblöcken werden nahezu fünfzig wunderschöne, mal witzige, mal traurige, mal absurde Filme zu erleben sein. Es wird nie langatmig, nie langweilig - es ist ein Allerlei mit zahlreichen Überraschungen und eine Hoffnung auf eine wunderbare Zukunft der polnischen Filmkunst.


Eine Produktion des Polnischen Instituts Berlin unter der Schirmherrschaft des Medienboard Berlin-Brandenburg mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Filminstituts (PISF), der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und des Adam Mickiewicz Instituts.


Nächste Filme