Über das Festival

Die Vielfalt im Blick - Zum elften Mal präsentiert filmPOLSKA 2016 in Berlin Polens aktuelle Filmlandschaft.

Vom 20. – 27. April 2016 bietet sich den Freunden der Filmkunst wieder das Beste der zeitgenössischen Filmproduktion Polens. Das größte polnische Filmfestival außerhalb seines Heimatlandes bringt zum elften Mal eine Auswahl von Werken bekannter und unbekannter polnischer Künstlerinnen und Künstler in die Berliner Kinos - und zum ersten Mal an die deutsch-polnische Grenze in die Europa-Universitätsstadt Frankfurt/Oder. Eine Woche lang bekommen die Festivalbesucher Gelegenheit, reales und irreales, politisches und poetisches, nachdenkliches und zum Nachdenken anregendes - aber auch ernstes und schrilles Kino aus dem Blickwinkel polnischer Filmkünstler zu erleben.

NEUES POLNISCHES KINO

Für die Reihe Neues Kino haben Festivaldirektorin Katarzyna Wielga-Skolimowska und Kurator Kornel Miglus ein breitgefächertes Programm aus aktuellen Produktionen zusammengestellt, das sowohl die Filmvielfalt aus dem Nachbarland in der Mitte Europas repräsentiert als auch beweist, dass große Filmkunst keine Frage des Geschlechts ist: In ihrem schrillen New Wave-Musical Córki dancingu (Sirenengesang, 2016) lässt Agnieszka Smonczyńska Meerjungfrauen zu Vampiren mutieren, während in Marcin Koszałkas Thriller Czerwony pająk (The Red Spider, 2015) ein Teenager (Filip Plawiak) als Zeuge eines brutalen Mordes sein Netz um den vermeintlichen Serienmörder spinnt. In Urszula Antoniaks Film Strefa Nagości (Nude Area, 2014) verliebt sich die 16-jährige Naomi (Sammy Boonstra) in die gleichaltrige Araberin Fama (Imaan Hammam). Tomasz Wasilewskis Festivalbeitrag Zjednoczone stany miłości (United States of Love, 2016) gewann auf der diesjährigen Berlinale für seine Reflexion über die polnische Gesellschaft der Neunzigerjahre den Silbernen Bären für das Beste Drehbuch.

RETROSPEKTIVE

Mit einer Werkauswahl ist die diesjährige Retrospektive von filmPOLSKA 2016 allerdings einem anderen Heroen des polnischen Films gewidmet: Der 1938 in Łódź - Sitz der berühmten polnischen Filmhochschule – geborene und mehrfach international ausgezeichnete Filmregisseur und Schauspieler Jerzy Skolimowski wird als Ehrengast Berlin beehren. Längst hat der polnische Film seinen renommierten Stellenwert in der internationalen Filmlandschaft durch international preisgekrönte Filmwerke und herausragende Filmemacher bestätigt und sich somit als vielbeachteter Repräsentant auch des europäischen Filmschaffens etabliert. Die Liste der hervorragenden und in der Welt präsentierten Regisseure ist lang: Gerade eben feierte einer der größten von ihnen, Andrzej Wajda, seinen 90. Geburtstag. Das Festival würdigt Andrzej Wajda mit der Vorführung seines Films Niewinni czarodzieje (Die unschuldigen Zauberer) von 1960. Nach der Vorführung auf der Berlinale-Retrospektive von 2002 ist dieses zeitgenössische Bildwerk über die polnische Gesellschaft der 60er Jahre nun noch einmal in der Retrospektive von filmPOLSKA 2016 auf großer Leinwand zu sehen.

KINOEDUKACJA 

Wie jedes Jahr fördert filmPOLSKA mit Rat und Tat junge filmaffine Talente in festivalbegleitenden Workshops: Unter der Leitung von Regisseur Mariusz Grzegorzek, Professor und Rektor an der Filmhochschule Łódź, setzen sich junge Filmschaffende in dem Film-Workshop „Auf der Kehrseite des Spiegels“ sechs Tage lang intensiv mit Theorie und Praxis der Filmproduktion auseinander. Angehende Filmkritiker und –Journalisten haben die Möglichkeit, sich im Seminar „Über Filme schreiben ist über die Welt schreiben“ in Referaten über die Filmmedienwelt zu informieren und in praktischen Übungen das nötige Know-how zu erlangen. 


Das Festival ist eine Produktion des Polnischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit der Polish Filmmakers Association unter der Schirmherrschaft des Medienboard Berlin-Brandenburg mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Filminstituts (PISF), des Adam-Mickiewicz-Instituts, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Difactory.

Spielorte: Babylon, Zeughauskino, Arsenal, Kino FSK, Bundesplatz-Kino, ACUDKino, Martin-Gropius-Bau,Topographie des Terrors, Cinestar Frankfurt (Oder), Thalia Potsdam, UP Gallery, Club der polnischen Versager und der Filmclub K18.