Über das Festival

Kino – Ort der Freiheit

filmPOLSKA wartet 2017 erneut in Berlin, Potsdam und Frankfurt (Oder) mit spannenden Reihen und neuen Filmen auf. filmPOLSKA präsentiert sowohl großes Kino als auch kleine Film-Perlen, Kassenschlager wie Independent-Produktionen, Animationsfilme, Avantgarde und Video-Art. Sieben Tage im Mai gehören dem polnischen Kino in seiner ganzen Vielfalt.

Für unsere Edition 2017 haben wir zum ersten Mal einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Eingeladen wurden Filme junger Regisseure und Regisseurinnen, die neue Wege beschreiten, indem sie sich gängigen Konventionen widersetzen und sich von Zwängen befreien. Eine dreiköpfige Jury wird aus sieben nominierten Filmen den Gewinner ermitteln und am letzten Festivaltag verkünden.

Freiheit ist seit jeher ein zentrales Leitmotiv der polnischen Filmkunst. Es reicht ein Blick in die Vergangenheit: Das Œuvre Andrzej Wajdas, des kürzlich verstorbenen Altmeisters, steht wie kein anderes für Unabhängigkeit und freiheitliches Denken. Andrzej Wajda bzw. pan Andrzej (Herr Andrzej), wie der Regisseur genannt wurde, war als großer Barde der Unabhängigkeit und Freiheit ein Vorbild für mehrere Generationen. Ihm widmet filmPOLSKA in diesem Jahr eine Hommage mit selten gezeigten Werken aus den Sechzigerjahren.

Die wahre Lebendigkeit einer Gesellschaft zeigt der direkte, oft schonungslose Blick in ihren Alltag. Aus diesem Grund richtet filmPOLSKA seit seiner ersten Ausgabe den Blick auf den manchmal kritischen, manchmal nachdenklichen Dokumentarfilm. Denn gerade das unverblümt Dokumentarische verfügt über die besondere Qualität, Gesellschaftliches wie Individuelles gleichermaßen zu ergründen. Klassiker wie Marek Piwowski, Krzysztof Kieślowski oder Marcel Łoziński haben nicht nur die Entwicklung Polens filmisch verewigt, sondern auch filmästhetisch Maßstäbe gesetzt.

Der Begriff der Freiheit ist auch in der radikalen Kunst stark verwurzelt, er ist ihre innere Triebfeder. Deshalb freut es uns ganz besonders, dem Publikum in diesem Jahr ein Panorama der polnischen Avantgarde präsentieren zu können.

Darüber hinaus bietet eine wunderbare Retrospektive mit Literaturverfilmungen nach Joseph Conrad, dem englischsprachigen Sohn der polnischen Kultur und der Weltliteratur, zu dessen 160. Geburtstag allerlei cineastische Überraschungen – mit Werken von Francis Ford Coppola, Ridley Scott, Andrzej Wajda oder Alfred Hitchcock. Sie zeigt, dass Sprache und Kultur einen grenzübergreifenden Charakter haben und speziell die polnische Kultur ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Erbes ist.

Wir wünschen unseren Gästen, dass sie gemeinsam mit uns im begrenzten Raum der Kinosäle das Gefühl unbegrenzter Freiheit erleben werden.