Über das Festival

13. Polnisches Filmfestival

Vom 25. April bis zum 2. Mai 2018 zeigt filmPOLSKA, wie FilmemacherInnen aus Polen die Welt, in der sie leben, betrachten. Zum 13. Mal laden wir das Berliner Publikum zu einem spannenden Einblick in die polnische Gesellschaft und einem lebendigen Dialog mit unseren Festival-Gästen ein. Mit zahlreichen Filmgesprächen, zwei Workshops und nicht zuletzt unserer Festival-Party am 28. April im Roadrunner’s Paradise Club wollen wir gemeinsam mit Ihnen das polnische Kino erleben und zelebrieren.

Feierlich eröffnet wird das Festival am 25. April im Babylon mit der Deutschlandpremiere des preisgekrönten Dokumentarfilms The Prince and the Dybbuk/ Der Prinz und der Dybbuk von Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski.


Neues Polnisches Kino

Die Filmreihe stellt das zeitgenössische polnische Filmschaffen der vergangenen zwei Jahre vor. Wir präsentieren die Werke berühmter FilmautorInnen wie Agnieszka Holland (Pokot/ Die Spur) oder Andrzej Wajda (Powidoki/ Afterimage) sowie Regisseurinnen, die mit zahlreichen Preisen internationaler Filmfestivals geehrt wurden, darunter Małgorzata Szumowska (Twarz/ Mug), Anna Jadowska (Dzikie Róże/ Wilde Rosen) und Dorota Kobiela (Twój Vincent/ Loving Vincent). Wahre filmische Entdeckungen wie der Found-Footage-Dokumentarfilm Turyści/Tourists (R: Mateusz Romaszkan, Marta Wójtowicz-Wcisło) und die ersten langen Arbeiten von NachwuchsregisseurInnen gehören ebenso zum Programm. Filme wie das Familiendrama Cicha Noc/ Stille Nacht oder der Psychothriller Wieża.Jasny dzień./ Tower.A Bright Day. stehen dabei für eine vielversprechende und spannende Zukunft des polnischen Kinos.

Für den zum zweiten Mal stattfindenden Wettbewerb des Festivals werden sieben Filme dieser Reihe nominiert, die sich durch ein herausragendes Handwerk und einen offenen und mutigen Blick auszeichnen. Der Gewinnerfilm wird von einer dreiköpfigen Jury bestehend aus Ricardo Brunn, Katja Petrowskaja und Robert Thalheim ausgewählt. In den Genuss dieser Reihe kommend, wird der Zuschauende feststellen, dass es kaum etwas Spannenderes gibt, als die ersten filmischen Schritten von NachwuchsregisseurInnen mitzuerleben.


Kamerakunst Fokus: Małgorzata Szyłak

Film entsteht durch das Auge der Kamera und somit durch den Blick der Person dahinter. Kamerafrauen und -männer aus Polen stehen in einer langen und künstlerisch außerordentlich erfolgreichen Tradition. Viele der von ihnen fotografierten Geschichten sind bekannt für ihre außergewöhnliche und sensible Bildsprache und -komposition. In diesem Jahr ist die Kamerafrau Małgorzata Szyłak zu Gast bei filmPOLSKA. Bekanntheit und große Anerkennung erlangte sie für ihre wundervollen Aufnahmen bei Filmen wie Komunia/ Kommunion (R: Anna Zamecka) oder Dzikie Róże/ Wilde Rosen (R: Anna Jadowska)


Hommage: 100 Jahre Unabhängigkeit - Historische Meisterwerke der polnischen Filmkunst

In diesem Jahr wirft filmPOLSKA mit einer vielfältigen Auswahl filmischer Narrative einen Blicke auf die polnische Geschichte: nach 123 Jahren der Teilung kehrte Polen 1918 als souveräner Staat auf die Landkarte Europas zurück. Bis heute ist in diesem langen Jahrhundert der Teilung eine Ursache für ein anhaltendes kollektives Trauma der polnischen Gesellschaft zu finden. Der stetige Kampf um Unabhängigkeit ist ein wiederkehrendes Thema im polnischen Kino und zieht sich wie ein roter Faden durch das Filmschaffen wichtiger RegisseurInnen wie Andrzej Wajda.

Kuratiert und produziert wurde sie in Zusammenarbeit mit der Polish Filmmakers Association und dem Adam-Mickiewicz-Institut.


Retospektive: Polnische Stummfilme

Nach 123 Jahren der Teilung kehrte Polen 1918 als souveräner Staat auf die Landkarte Europas zurück; ein außerordentliches politisches Ereignis, das auch das Verlangen nach symbolischen Handlungen weckt, nach Mythen und Erzählungen, die eine nationale Identität und kollektive Erinnerungen stiften sollen. Wenngleich im Zusammenspiel der Künste nicht die führende Stimme, reagiert das polnische Kino auf dieses Bedürfnis. Im noch jungen Staat entstehen Filme, deren Wurzeln, Figuren und Geschichten in der polnischen Kulturgeschichte beheimatet sind. So wird der politischen Forderungen nach „polnischen Themen“ Rechnung getragen. Andererseits sind diese Produktionen der Zwischenkriegszeit, die im Kino einer Übermacht ausländischer Filme gegenüberstehen, unverkennbar von der europäischen Avantgarde beeinflusst. Konventionelle Elemente und moderne Formen, etwa des Expressionismus oder der Neuen Sachlichkeit, mischen sich in ihnen. So hält das weitgehend unbekannte polnische Filmschaffen der 1920er Jahre interessante Entdeckungen bereit. Die diesjährige Ausgabe der filmPOLSKA-Retrospektive versammelt fünf erst seit Kurzem wieder verfügbare Stummfilme, die diesen Spagat zwischen Tradition und Moderne wagen. Da 95 Prozent der polnischen Stummfilm-Produktion als verschollen gelten, zählen sie zum wertvollsten Erbe der polnischen Filmgeschichte.

Alle Filme werden im Zeughauskino gezeigt und von unterschiedlichen MusikerInnen aus Deutschland und Polen begleitet.


Special Screenings

In dieser Reihe zeigen wir Filme, die unbequeme Themen anschneiden, polarisieren und in Vergessenheit Geratenes wieder aufgreifen. Die Special Screenings werden von ExpertInnen und WissenschaftlerInnen moderiert und laden das Publikum ausdrücklich zu einem offenen Diskurs über die gezeigten Werke ein. Präsentiert werden drei Dokumentarfilme: Połowa miasteczka/ Die Hälfte der Stadt (R: Paweł Siczek) in der Topographie des Terrors, Przy Planty 7/9/ Bogdan‘s Journey (R: Michał Jaskulski, Lawrence Loewinger) im Babylon und Solidarność według kobiet/ Die Frauen der Solidarność (R: Marta Dzido, Piotr Śliwowski) im EWA Frauenzentrum.

Special Screening: Schlesien, Śląsk - eine filmische Entdeckung

In diesem Jahr ist die Sonderreihe des FilmFestival Cottbus – Festival des osteuropäischen Films einer der bedeutendsten Kulturlandschaften Europas gewidmet: Schlesien. Diese Region war schon immer ein kultureller Schmelztiegel ebenso wie ein Ort der Verklärung. Der letzte Krieg hat dieses Phänomen und die damit assoziierten Spannungsfelder verschärft. Die Verschiebung politischer Grenzen, die Ideologisierung der Vergangenheit, der Schmerz der Vertreibung, eine Politik der Verbände. In diesem kulturell-politischen Geflecht ist es nicht einfach, eine Mitte zu finden. Und doch bietet Schlesien die Chance, Geschichte neu zu entdecken und neue Brücken zu schlagen, indem Heimat als gemeinsame Erfahrung erlebt und geteilt wird.

Die Reihe ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem FilmFestival Cottbus und dem Kino Krokodil.


Kurzfilme

Die Kurzfilmprogamme von filmPOLSKA sind sorgfältig ausgewählte „Minireihen“, welche in Zusammenarbeit mit KuratorInnen aus Berlin, Białystock, Kraków und Łódź entstanden sind. Hinter der Vielzahl von Filmtiteln verstecken sich nicht selten cineastische Meisterwerke und einzigartige Entdeckungen.


Plakatausstellung „Hitchcock, Frantic und Manhattan - Polnische Plakatkunst“

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen polnische Plakate zu polnischen und ausländischen Filmen – sowohl amerikanischer, französischer, italienischer als auch russischer und bulgarischer Produktionen – die im Polnischen Institut Berlin bislang noch nicht gezeigt worden sind.

Zu sehen vom 12. April bis zum 20. Juni in der Galerie des Polnischen Instituts.

Öffnungszeiten: Di–Fr 10:00–18:00

Eintritt: frei