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Regisseur Krzysztof Zanussi zu Gast im Zeughauskino

Das „Kino der moralischen Unruhe“

Neben den Filmen von Krzysztof Kieślowski, Agnieszka Holland, Barbara Sass, Janusz Kijowski prägten Krzysztof Zanussis Werke maßgeblich das „Kino der moralischen Unruhe“. In diesem Jahr feiert der Grandseigneur des polnischen und europäischen Kinos seinen achtzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlass widmet filmPOLSKA ihm im Zeughauskino eine Werkschau mit frühen Filmen wie Die Struktur des Kristalls/ Struktura kryształu und Illumination/ Iluminacja.


Die Struktur des Kristalls/ Struktura kryształu/ The Structure of Crystal, © Studio Filmowe
Die Struktur des Kristalls/ Struktura kryształu/ The Structure of Crystal, © Studio Filmowe

Filme aus Zeiten des Aufbruchs

Anfang der Siebzigerjahre taucht Krzysztof Zanussi mit seinen Filmen wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt auf. Nach dem Danziger Aufstand vom Dezember 1970 muss die poststalinistische, national-kommunistische Regierung unter Władysław Gomułka zurücktreten, und Polen feiert den Aufbruch in eine neue, schönere Welt. Partei und Arbeitervolk scheinen wieder vereinigt. Ein Hauch westlichen Konsums durchweht das Land: Auf den Straßen rollen neben Lada und Trabant Fiat und Berliet, und in den Kinos sind US-amerikanische Filme in sogenannten Konfrontationsprogrammen zu sehen. Polen feiert – auf Pump – das neue Leben. In dieser Zeit des Aufbruchs kommen Zanussis erste abendfüllende Spielfilme in die Kinos. Aber sie sind keine Kinofeuerwerke der neuen Zeit. Zanussis Helden sind verunsichert, schon am Anfang ihres Weges. Sie vertrauen nicht dem gesellschaftlichen Status Quo, hinterfragen Gegebenheiten und Parolen. Zanussis Filme spannen eine philosophische Welt auf. Die großen Fragen der Aufklärung und Menschheit bestimmen ihre Erzählungen: Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was kann ich wissen? Und – was ist der Mensch?

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