Istnienie

Existenz

Der Tod ist allgegenwärtig, trotzdem setzt man sich nur ungern mit ihm auseinander. Der Gedanke schmerzt, dass jeder eines Tages sterben muss und damit sein Körper zum leblosen Gegenstand wird. Der Schauspieler Jerzy Nowak geht damit auf seine eigene Weise um. Er hat sich dazu entschieden, seinen Körper nach dem Ableben der Wissenschaft zu überlassen. Er will keine feierliche Bestattung, sondern lieber als Studienobjekt für Studenten im Präparationskurs nützlich sein. Und er hat noch eine Entscheidung getroffen: Koszałkas Film soll ihn beim Sterben begleiten und ihm posthum noch etwas Ruhm bescheren.

Was wir sehen, ist jedoch kein Film über das Sterben, sondern über das Leben – der höchst agile Nowak steht immer noch auf der Bühne, reist in die Ukraine, besucht Freunde, tanzt, liest Zeitung, schwimmt, lässt sich einen neuen Anzug nähen und setzt sich sogar in Karussells. Wir sehen aber auch einen Film über das Totsein. Immer wieder zeigt Koszałka lakonische Szenen aus der Anatomie, wo menschliche Körper zu Studienobjekten werden, und erinnert uns an das unvermeidliche Ende jeden Lebens. In diesem Zusammenspiel entsteht ein melancholischer Essay darüber, wie man sich mit dem Unausweichlichen arrangieren und dafür sorgen kann, dass mit dem Tod vielleicht doch noch nicht alles vorbei ist.

OmeU

zu Gast: Marcin Koszałka
08.05.17 Kino Arsenal
Mit freundlicher Unterstützung
Mit freundlicher Unterstützung
Kategorie:
Kamerakunst
Polnischer Titel:
Istnienie
Deutscher Titel:
Existenz
Produktionsjahr:
2007
Dauer:
01:09:00
Festivalausgabe:
2017, 2010, 2008
Regie
Marcin Koszałka
Drehbuch
Marcin Koszałka
Kamera
Marcin Koszałka
Musik
Zygmunt Konieczny

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