Fieber

Polen, frühes 20. Jahrhundert: Eine Gruppe von Sozialisten plant einen Bombenanschlag. Das Vorhaben schlägt fehl. Doch die Bombe kursiert fortan unter den Umstürzlern und inspiriert zu weiteren, neuerlich misslingenden Aktionen. Erstmals greift Agnieszka Holland ein historisches Sujet auf und legt damit den Grundstein für eine fortan tragende Konstante in ihrem Werk, das sich wiederkehrend mit der Geschichte insbesondere Osteuropas befassen wird. Vor dem Hintergrund seiner in Polen politisch bewegten Entstehungszeit werden die Schilderungen fortlaufend scheiternder Aktionen einer Gruppe sozialistischer Aufständischer rasch als ein im historischen Gewand codierter Kommentar mit akutem Zeitbezug lesbar: Als Chiffre für militanten Terror erweist sich die Bombe als ein jeden politischen Kampf zersetzendes Instrument. Ob sich dies als Warnung an Solidarność verstehen lässt oder als Menetekel an die Gewaltherrschaft der sozialistischen Machthaber, bleibt offen. In jedem Fall handelt es sich um einen Film „in den Kostümen der Jahrhundertwende, der besonders in dem Land verstanden werden dürfte, in dem er gedreht wurde.“ (Rolf-Ruediger Hamacher, film-dienst, 06/1982).

PL; OmeU

B: Krzysztof Teodor Toeplitz (nach dem Roman von Andrzej Strug)

Weitere Darsteller: Barbara Grabowska, Tomasz Międzik, Aleksiej Awdiejew, Wiktor Grotowicz, Michał Juszczakiewicz u.a.


Kategorie:
Retrospektive
Polnischer Titel:
Gorączka
Deutscher Titel:
Fieber
Produktionsjahr:
1981
Dauer:
02:01:00
Regie
Agnieszka Holland
Kamera
Jacek Petrycki
Darsteller
Adam Ferency, Bogusław Linda, Olgierd Łukaszewicz, Tadeusz Huk, Krzysztof Kiersznowski