Monument

Zwanzig junge Leute absolvieren in einem Waldhotel ein Praktikum. Die stramme Managerin macht gleich bei der Begrüßung klar, dass das kein Erholungsurlaub wird. Hier wird nicht widersprochen, sondern geschuftet – im Wäschekeller, in der Küche, im Zimmerservice, auf dem Müllplatz. Und ein rätselhaftes Podest muss jeden Tag neu geschrubbt werden.

Das klingt simpel, realistisch und unspektakulär, wird aber in der Umsetzung schnell zum Kunstwerk. Denn während wir die jungen Leute dabei beobachten, wie sie ihre Arbeit verrichten, heimlich Party machen oder die schier endlosen Räume der in die Jahre gekommenen Herberge erkunden, schleichen sich Unklarheiten, Rätselhaftigkeiten und Fragwürdigkeiten ein.

Falls noch jemand auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger für David Lynch ist: Hier ist Jagoda Szelc. In ihrem zweiten Langfilm „Monument“ zeigt sie wiederholt eindrucksvoll, wie perfekt sie Spannung aufbauen, Unbehagen erzeugen und markante Figuren aufbauen kann. Dabei spart sie sich weitgehend Horror-Effekte, sondern schafft es, mit Andeutungen und Atmosphäre ein dunkles Kopfkino in Gang zu setzen.

90 min, OmU

 

Jagoda Szelc (geb. 1984) studierte an der Kunstakademie Wrocław und an der Filmhochschule Łódź. Nach zehn Kurzfilmen folgten ihre gefeierten und preisgekrönten Langspielfilme „Wieża. Jasny dzień / Tower. A Bright Day“ (2017) und „Monument“.

Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Monument
Deutscher Titel:
Monument
Produktionsjahr:
2018
Dauer:
90
Festivalausgabe:
2020
Regie
Jagoda Szelc
Drehbuch
Jagoda Szelc
Kamera
Przemysław Brynkiewicz
Darsteller
Mateusz Czwartosz, Zuzanna Lit, Oskar Borkowski, Anna Biernacik, Jakub Zając, Paulina Lasota
Musik
Rafał Nowak