Nic

Nichts

Dorota Kędzierzawskas Nic nimmt uns mit in einen ärmlichen, lichtdurchfluteten Hinterhof – in die enge Wohnung einer dreifachen Mutter, die gefangen in einer schier trostlosen Einsamkeit versucht, ihren Kindern eine friedliche Kindheit zu ermöglichen. Obwohl Hela täglich schuftet, um alle drei Kinder zu versorgen, bleibt ihr Mann kurz angebunden. Dialoge verstummen im Augenblick ihrer Entstehung – und es hagelt Vorwürfe. Als Hela bemerkt, dass sie ein viertes Kind erwartet, fällt ihre ohnehin brüchige Verfassung entgültig in sich zusammen. Hin und hergerissen zwischen dem notgedrungenen Wunsch, dass Kind abzutreiben, und dem Gegendruck von Seiten der katholischen Kirche, sinkt sie immermehr in einen ausweglosen Wahnsinn.

Hela kann sich nicht damit anfreunden, wie andere Frauen im Mietshaus tagtäglich hinter den Gardinen hervorzublicken und auf den Ehemann zu warten. Unfähig ihre Situation zu ändern, bleibt sie allein und unverstanden. Eine Tragödie, geschmiedet vom eigenen Kopf und den gesellschaftlichen Umständen, in der das Geben und Nehmen von Liebe genauso berührt wird wie die Frage von Schuld. Ein Massaker der Gefühle, das schließlich in den Kindesmord führt.  
Dorota Kędzierzawskas Nic ist gemalt in einem von Sonne gefärbten Licht, ist warm und kalt zugleich.

Weitere Darsteller: Anita Kuskowska-Borkowska, Janusz Panasewicz

PL, OmdU
Kategorie:
Kamerakunst
Polnischer Titel:
Nic
Deutscher Titel:
Nichts
Produktionsjahr:
1998
Dauer:
01:14:00
Festivalausgabe:
2011
Regie
Dorota Kędzierzawska
Drehbuch
Dorota Kędzierzawska
Kamera
Artur Reinhart
Produktion
Dorota Kędzierzawska, Artur Reinhart
Darsteller
Danuta Szaflarska, Krzysztof Kiersznowski, Violetta Arlak
Musik
Michał Lorenc