Walser

2010 rief das Polnische Filminstitut (PISF) zusammen mit dem Warschauer Museum für Moderne Kunst (MSN) das Programm zur Förderung experimentellem und künstlerischem Kino ins Leben. Seither sind bemerkenswerte Produktionen entstanden, die sich radikal von den konventionellen Erzählformen lossagen und auf Festivals große Beachtung fanden. Neben dem Film von Katarzyna Kozyra (Szukając Jezusa), Z daleka widok jest piękny und Huba von Anna und Wilhelm Sasnal oder Performer von Maciej Sobieszczański und Łukasz Ronduda gehört auch Walser von Zbigniew Libera zu dieser Gattung.

Walser ist ein Zugschaffner, der sich im Universum verirrt hat. Dort begegnet der dienstbeflissene Uniformierte einem bisher unentdeckten Urvolk namens Conteheli, das versteckt in der Natur mit steinzeitlichen Technologien und Ritualen lebt. Walser bleibt bei den Waldbewohnern und lernt ihre Sprache und Bräuche kennen. Der Ausbruch aus den Gleisen seines geregelten Lebens scheint ihn dabei zunehmend weniger zu irritieren.


Keine Musik greift in die Handlung ein, die Kamera beobachtet unaufdringlich das Geschehen. So entfaltet sich in gemäßigtem Tempo vor den Augen der Zuschauer eine vielschichtige Geschichte über das Nicht-/Funktionieren einer Gesellschaft, welche den Raum für diverse Assoziationen und Lesarten eröffnet. Zbigniew Libera überrascht in seinem Kino-Debüt mit einer Geschichte wie aus einem Science-Fiction-Film: Die Kollision von Zivilisation und Natur bringt etwas urkomisches mit sich, dass auch einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Krzysztof Stroiński zu verdanken ist. 


R: Zbigniew Libera
B: Grzegorz Jankowicz, Zbigniew Libera
S: Beata Walentowska
M: Robert Piotrowicz
Weitere Darsteller: Gustaw Klyszcz, Joanna Wiktorczyk u.a. 

Kategorie:
Special Screening
Polnischer Titel:
Walser
Deutscher Titel:
Walser
Produktionsjahr:
2015
Dauer:
01:18:00
Festivalausgabe:
2016
Kamera
Adam Sikora
Darsteller
Krzysztof Stroiński