Wie man leben soll

Die als fiktive Enthüllungskomödie geplante und erst vier Jahre nach Fertigstellung uraufgeführte Studie gesellschaftlicher Apathie spielt in einem Feriencamp für junge Ehepaare. Gemäß der Parteiideologie soll dort ein aktiver Erholungsurlaub zu Erziehungs- und Integrationszwecken der Frischvermählten stattfinden. Die Grundsätze der Organisation werden zunehmend verzerrt: Die Teilnehmer wetteifern um den Titel des besten Ehepaares, ordnen sich dem herrschenden Drill unter und beginnen sich gegenseitig zu kontrollieren. Doch nicht alle lassen sich auf diese Weise manipulieren.

Die Metapher einer totalitären Gesellschaftsordnung? Vor allem aber eine Studie gesellschaftlicher Apathie. Eine besondere Rolle spielt die Kamera, die sich – bewegend zwischen Intimität der Beobachtung und Enthüllung des Absurden – seinen Helden annähert und sie durch den Alltag begleitet. Das Besondere an der Arbeit von Jacek Petrycki ist seine Fähigkeit, die Realität anzuerkennen und trotzdem kritisch zu bleiben und zu sehen, aber nicht gesehen zu werden.

OmeU; 35mm
S: Łucja Ośko


Gast:

29.04. Di 19:30 Arsenal Gast: Jacek Petrycki

Kategorie:
Kamerakunst
Polnischer Titel:
Jak żyć
Deutscher Titel:
Wie man leben soll
Produktionsjahr:
1977
Dauer:
01:23:00
Festivalausgabe:
2014
Regie
Marcel Łoziński
Drehbuch
Marcel Łoziński
Kamera
Jacek Petrycki