Mariola Brillowska

„Moral, wir verachten dich.” – Mariola Brillowska

Totengräber, Säufer, Wirrköpfe, Feministinnen, Tamponschleuderer, Verbrecher und faschistische Ärzte – allesamt Figuren aus der grotesken Welt der Mariola Brillowska. Sie ist ein Tausendsassa der Kunst, der Inszenierung und der Provokation. Ihre Heimat liegt in der Danziger Bucht – Brillowska wuchs in Sopot auf, dem polnischen Las Vegas, der Stadt in der einst Klaus Kinski zur Welt kam. Heute lebt die Stadt größtenteils von Fremdenverkehrseinnahmen. Brillowska hingegen hat sich schon lange abgewandt. Nachdem sie ein Kunstgymnasium besuchte verließ sie mit zwanzig Jahren Polen und wanderte gen West – nach Hamburg, um genau zu sein. Dort begann sie das Studium der freien Kunst an der HfbK Hamburg, an der sie später auch als Professorin lehrte. Bald schon zeigte się erste Ausstellungen – ihre Kunst war schrill, brutal und provokativ. Auf die Bühne stieg sie erstmals Ende der 90er Jahre – zuerst bei der Liv Ullmann Show und alsbald in ihrem eigenen Projekt: der Las Vegas Show, die gleichzeitig ins Radio übertragen wurde. Neben derartigen Performance-Experimenten wandte sich Brillowska der Malerei zu. Der Malerei – und dem gezeichneten Comic. In dieser Kette von künstlerischen Ansätzen ist denkbar, dass es nicht dabei blieb. Großformatige Comicbilder erschienen Brillowska nicht ausreichend – die Zeichnungen wurden zum bewegten Bild – Trickfilme entstanden. So entwarf sie  auch mehrere Musikvideos – zusammen mit Felix Kubin, der Maria Brillowska in sein Label Gagarin Records aufnahm. Parallel zur Film- und Performancekunst schrieb Brillowska einige Kolumnen, so etwa in der die Krautz Kolumne in der Frankfurter Rundschau. Neben mehr oder weniger regelmäßigen Beiträgen stellt Brillowska aus – wohl der Bereich, in der die verschiedenen Kunstbereiche zeitweise verschmelzen. So installierte sie 2002 „Snupiekult- Future Art. Project for Mother and Daughter” – menschliche Mutationen in einer degenerierten Gesellschaft. Eine feministische Sekte züchtet Plastiktiere zwischen den Brüsten der Mutter. Die groteske Sinnlichkeit ihrer Ideenwelt erweckt Aufsehen – und provoziert. Früher, so Brillowska, sei da ein großer Wunsch nach Popularität gewesen, heute freue sie sich wenn Brillowskas Filme nicht im TV ausgestrahlt werden – ein Nicht-Masseware-Siegel?  
Die zahlreichen Kurzfilme, die größtenteils aus den 90er Jahren stammen, sind groteske, schrille Comics, brutale Fantasiewelten, in denen es von Einsamkeit und Prostitution wimmelt, oder eine gewiefte Spurensuche im deutschen Kunstgewerbe.
Seit 2005 ist Mariola Brillowska Professorin an der HfbK in Offenbach. Abgesehen davon inszeniert sie weiterhin anarchistische Theaterprojekte. Sie haust, seit ihrer Ankunft in den 80er Jahren in Hamburg. Im März betritt sie mit einem neuen Zeichentrickfilmprojekt die Filmbühnen: „Des Teufels Kinder”  widmet sich dem Konzept Familie auf internationaler literarischer Ebene.
Vorname:
Mariola
Name:
Brillowska
Regie
Des Teufels Kinder, Masterclass Mariola Brillowska: radical female animation
Drehbuch
Des Teufels Kinder